| Hersbrucker Zeitung vom 2.Dezember 2000
von Walter Grzesiek
Muss Öko-Musterhaus ins Maisfeld? HERSBRUCK (gz) Mit einer neuen Satzung hat der Kreisausschuss zahlreiche Grenzveränderungen beim Landschaftsschutz im Nürnberger Land besiegelt. Der Gesamtumfang der geschützten Gebiete bleibt fast unverändert. Im Kreistagsplenum muss noch entschieden werden, ob in Unterkrumbach erneut in die Schutzfläche eingegriffen werden darf - diesmal pikanterweise für ein ökologisches Modellprojekt, ein Musterhaus aus Holz.
In einer solchen Zwickmühle waren die Kreis-Grünen wohl selten. Obwohl alle anderen Fraktionen das Modell eines energiesparenden regionalen Musterhauses aus Holz als beispielhaft und förderungswürdig lobten, legte sich die Öko-Fraktion im Kreisausschuss quer. "Aus Prinzip", wie Fraktionssprecher Hans-Joachim Dobbert erläuterte. Denn das Holz-Wohnhaus, in das der Möbelfabrikant Herwig Danzer mit seiner Familie einziehen will, würde um ein paar Quadratmeter in ein Unterkrumbacher Maisfeld hineinragen - und das ist ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet.
In der Vergangenheit hat der Kreistag eine Vielzahl von Ausnahmen bei diesen Schutzgebieten zugelassen, u.a. im Hohenstadter Pegnitztal oder im Gewerbegebiet Alfeld. Hier ist inzwischen - rein flächenmäßig - Ersatz gefunden. 47 Hektar Fläche kamen aus den Schutzflächen raus, 46 wieder hinein. Fachverbände wie der Bund Naturschutz weisen allerdings darauf hin, dass mit diesen Veränderungen wertvolle Flächen der Hersbrucker Alb unwiederbringlich verloren gingen.
Die Grünen riefen daher dazu auf, künftig nicht mehr leichtfertig in die Schutzflächen einzugreifen. Bei gutem Willen müsse es im Fall Unterkrumbach möglich sein, einen anderen Standort für das Modellhaus zu finden. Das Projekt, ein Niedrig-Energie-Bau aus heimischen Hölzern mit Heizung aus den Holzresten der Möbelmacher, sorgt inzwischen bundesweit für Furore. Bei einem Treffen von Städte- und Gemeindebund, Bund Naturschutz und Holzwirtschaft in Bonn wurde es als ein Projekt vorgestellt, das Experten von Nah und Fern in der Praxis begleiten werden. Sprich: Die Unterkrumbacher bekommen viele Gäste, die sich für eigene Vorhaben Anregungen holen.
Marlene Mortler konnte sich für die CSU daher nur hinter das Vorhaben stellen, das für sie zur Agenda 21 gehört. Die Firma schaffe Arbeitsplätze und fördere die heimische Forstwirtschaft. Da "weite Teile des Landkreises nach wie vor im Landschaftsschutzgebiet" lägen, müsse man im konkreten Fall nicht so kleinlich sein. Die Anregung von FWG und SPD, nochmals mit dem Bauherrn zu prüfen, ob der Standort des Hauses nicht doch jenseits des Schutzgebiets gefunden werden kann, nahm Landrat Helmut Reich in der Sitzung auf. Übers Ergebnis wird im Kreistag befunden.
Allerdings scheint eine solche Lösung praktisch nicht so einfach. Möbel-Chef Danzer macht nämlich geltend, dass man ihn vor vier Jahren beim Kauf des Firmengrundstücks mit Vorkaufsrecht auf die jetzt strittige Fläche gar nicht auf die Landschaftsschutzgrenze hinwies - eine Darstellung, die das Landratsamt bestreitet. Und auch wenn dem Bauherrn das unscheinbare Maisfeld als "willkürliche Grenze" erscheint, man hatte sie Mitte der 80er Jahre in Abstimmung mit der Gemeinde bewusst gezogen, um eine Zersiedelung des Ortes Richtung Osten zu vermeiden.
Den Kompromissvorschlag, einfach näher mit dem Wohnhaus aufs Firmengelände zu rücken, lehnt der Bauherr ab, weil dann die Lkw-Zufahrt behindert würde. Auf eine schnelle Einigung hofft er trotzdem. Denn die Leitungen zum Energiesparhaus wurden schon gelegt, nachdem der Bauantrag zunächst positiv beschieden worden war. |
Klimaschutzziele von Den Haag umsetzen
Regionalinitiativen für
Holzvermarktung gut positioniert
(von Claudia Körber, Holzabsatzfond)
(Bonn-Radolfzell) Eine nachhaltige Holznutzung leistet einen
wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Aber wie kann gerade in
Städten und Gemeinden der Einsatz von heimischem Holz
intensiviert werden? Dieser Frage gingen am 17. und 18. November
über 50 Experten und Aktive von regionalen Initiativen aus ganz
Deutschland in Bonn auf den Grund. Eingeladen hatten der Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Holzabsatzfonds
(HAF) und der Deutsche Städte- und Gemeindebund.
Um dem Rohstoff Holz in seinen vielfältigen Verwendungs- und
Einsatzmöglichkeiten zu fördern, sind Informationskampagnen
erforderlich, nicht zuletzt um Vorbehalte auszuräumen. Die
bestehenden regionalen Holzinitiativen bieten hier eine Plattform,
auch um anderen Kommunen als Beispiel und Wegweiser zu
dienen, um Holz in seiner ganzen Bandbreite immer wieder
aufzuzeigen. Sie sollen andere Gemeinden ermuntern, neue Wege
zu beschreiten und dieses Beispiel aufzugreifen, so Ute
Kreienmeier, Referentin für Umweltschutz und Kommunalwald des
DStGB (Deutscher Städte und Gemeindebund). In diesem Prozess seien die Kommunen als eine der
größten Waldbesitzergruppen ein wichtiger Partner. Sie besitzen
rund 20 Prozent Waldfläche und ernten rund 12 Millionen
Kubikmeter Holz jährlich.
Dabei sind die Voraussetzungen für eine verstärkte
Holzverwendung im kommunalen Bereich gegeben: so befinden
sich in den heimischen Wäldern ca. 2,8 Milliarden Kubikmeter
Holzvorräte, zu denen jährlich ca. 60 Millionen Kubikmeter
hinzukommen - hiervon werden allerdings nur nur etwa 2/3 im
selben Zeitraum geerntet. Die Aktivitäten zur Umsetzung der
Lokalen Agenda 21, die inzwischen in vielen Gemeinden
angelaufen sind, bieten wichtige Ansatzpunkte für den verstärkten
Einsatz von Holz. Ob bei der Nahwärmeversorgung mit
Holzhackschnitzeln, dem Bau von familienfreundlichen
Holzbausiedlungen, der Erstellung von gewerblichen und
kommunalen Zweckbauten oder der Gebäudesanierung mit
Dämmplatten aus Holzfasern. In allen Bereichen lässt sich mit der
Nutzung des nachwachsenden, heimischem Rohstoffs viel fossile
Energie einsparen und damit der Kohlendioxidausstoß verringern.
"Die Lokale Agenda 21 bildet einen guten Handlungsrahmen, durch
Überzeugungsarbeit und Dialog auf örtlicher Ebenen dieses Ziel zu
erreichen" so Andrea Rosenbaum, die Vorstandsvorsitzende des
HAF.
Um die Holzverwendung zu fördern, wollen deshalb die regionalen
Initiativen bundesweit zusammenarbeiten. Zusammen mit dem
BUND, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem
Holzabsatzfonds wollen sich die Regionalinitiativen für den Abbau
von Vorschriften stark machen, welche die Verwendung von
heimischem Holz behindern. So zahlreiche kommunale
Verbrennungsverbote, welche Bauherren bis heute davon abhalten,
mit dem CO2 neutralen, nachwachsenden Brennstoff Holz anstatt
mit Öl zu heizen.
Ziel des Aktionsbündnisses ist es, den Stellenwert von Holz beim
Verbraucher, bei den Investitionsentscheidern in Städte und
Gemeinden und damit im Wohnumfeld des Menschen zu
verbessern. Die Informationsbroschüre "Regionalinitiativen
Holzvermarktung" porträtiert die derzeit bekannten 33 Initiativen,
die ich für eine verbesserte Holzverwendung einsetzen. So der
Förderverein Holzbau und Holzwirtschaft im sächsischen
Olbernhau, das Holzkompetenzzentrum Rheinland in Nettersheim,
die Arbeitsgemeinschaft Odenwaldhaus im hessischen Michelstadt,
das Rottaler Holzhaus in Niederbayern oder die Schwarzwälder
Holzkette.
Die Broschüre kann unter der Bestell.-Nr. H 021 beim
Versandservice Forst & Holz, Bertelsmann Distribution GmbH,
Westkirchener Straße 73, 59320 Enningerloh, bezogen werden. Ab
Mitte Dezember sind die Informationen auch im Internet
(www.haf.de) verfügbar.
Pressekontakt:
Hans-Christoph Neidlein, BUND
Mobil: 0170/ 8 33 85 80
e.mail:hanschristoph.neidlein@bund.net
Claudia Körber-Ziemer, HOLZABSATZFONDS,
Telefon: 0228-3 08 38 - 17
e.Mail:Claudia.Koerber@Holzabsatzfonds.de
Ute Kreienmeier, Deutscher Städte- und Gemeindebund
Telefon: 0228-95962-0
e.mail:ute.kreienmeier@dstgb.de
(Abdruck kostenfrei, Belegexemplar erbeten)
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| Hersbrucker Zeitung vom 23.November 2000,
von Klaus Porta
Musterhaus als Modell
Hersbruck/Bonn Unter dem Titel "Vorfahrt für das Holz in der Kommune" luden der Holzabsatzfond, der deutsche Städte und Gemeindebund und der Bund Natruschutz ie bundesweit wichtigsten Regionalinitiativen nach Bonn ein, darunter auch für den Inititativkreis Holz aus der Frankenalb Herwig Danzer. Für die Teilnehmer waren vor allem das in Unterkrumbach geplante regionale Musterhaus und die Öffentlichkeitsarbeit für die Holznutzungim Altdorfer Schulzentrum interessant. Aber auch die Aktivitäten beim bundesweitenTag der REgionen oder der vierfarbige Prospekt zur Förderung der regionalen Holz-Wirtschaftskreisläufe war Gegenstand lebhafter Diskussionen. |
| Bayerische Staatszeitung vom 1.September 2000, Nr. 35,
von Dr. Beatrix Körner
Regionales Musterhaus in Kirchensittenbach geplant
Bildunterschrift: Das Haus nimmt die Dachneigung der Möbel-Produktionshalle auf. Der Hauptverdienst von Architekt Norbert Thiel war es, die Form gestalterisch anzupassen, ohne das Hauptgebäude zu kopieren. Das Wohnhaus wird zur Natur hin öffnen, zur Werkstatt hin abschließen (Bild siehe www.die-moebelmacher.de/musterhaus)
"Neue Wege gehen" in Sachen regionale Wirtschaftskreisläufe mit besonderem Augenmerk auf der Holzwirtschaft wollen in der Frankenalb viele. Zum Initiativkreis Holz gehören unter anderem die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land, das Forstamt Hersbruck, das Naturschutzzentrum Wengleinpark, die landkreiseigene Energieagentur ENA, die Handwerkskammer Mittelfranken. Neueste Idee ist ein regionales Musterhaus, das aus Produkten und mit Handwerkern aus der Region errichtet wird.
"Aus der Region für die Region" lautet das Motto. Es soll beispielhaft die Zusammenarbeit von Handwerkern und Architekten, vom Wald bis zum fertigen Haus mit Einrichtung zeigen - und einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass der Holzhausboom nicht länger am heimischen Wald vorbeigeht. Die Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberg Land hat nämlich festgestellt, dass das Material für die zunehmende Zahl von Holzhäusern meist aus dem Ausland kommt.
Nach einem geeigneten Bauherrn für das Holzmusterhaus wurde längere Zeit gesucht. Nun übernimmt ein Mitglied des Initiativkreises den Mehraufwand und stellt den beteiligten Firmen sein künftiges Wohnhaus für fünf Jahre als Musterhaus zur Verfügung, herwig Danzer, einer der beiden Geschäftsführer der Möbelmacher GmbH in Kirchensittenbach im Nürnberger Land.
Entstehen wird im Frühjahr 2001 ein Niedrigenergie-Haus, das mit Fernwärme aus der Holzheizung der Massivholzschreinerei der Möbelmacher versorgt werden wird. Heizmaterial werden ausschließlich Spänebriketts aus der Produktion sein, der Brikett-Überschuss wird über die Raiffeisenbank vermarktet werden. Das mit Isofloc isolierte Haus wird an die Brauchwasserzisterne der Möbelmacher angeschlossen werden.
Information: Initiativkreis und Möbelmacher mit Adressen (siehe www.die-Moebelmacher.de/iha) |
| Hersbrucker Zeitung vom 26.Juli 2000 von Klaus Porta
Die Mitglieder des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb trafen sich bei den Möbelmachern in Unterkrumbach
Häuser, Möbel und Energie aus heimischem Holz
Oberstes Ziel des Kreises ist die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe in der Holzwirtschaft - Wertvolle Öffentlichkeitsarbeit
Unterkrumbach - Die Mitglieder des Initiativkreises Holz aus der Frankenalb trafen sich bei den Möbelmachern in Unterkrumbach, um über das Erreichte und die Ziele für die Zukunft zu sprechen.
Der Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Nürnberger Land, Michael Müller, und Dipl. Ing. Erwin Schilling von der Energieagentur ENA berichteten über die Fortschritte bei der Planung der Hackschnitzelanlage für das Altdorfer Schulzentrum. Forstdirektor Dieter Rosenbauer bestätigte in diesem Zusammenhang den Eindruck, dass die Öffendlichkeitsarbeit des Initiativkreises einen wertvollen Beitrag zur Verwirklichung diesen Projekts leitet.
Darauf aufbauend, forderte der Gesprächsleiter Dipl Ing. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark, dass der Kreis in Ergänzung der schon formulierten Ziele einen Kriterienkatalog für interessierte Betriebe oder Organisationen erstellen müsse. Nur so könne man die Arbeit nach außen auf Dauer transparent und nachvollziehbar halten. Die Fachleute der verschiedenen Bereiche versprachen, bis zur nächsten Sitzung Vorschläge zu erarbeiten. So wird der Dipl. Betriebswirt Christian Schönwiesner der Fa. Progresys seine Kompetenz für den Energiebereich zur Verfügung stellen, Zimmermeister Christian Breu wird sich mit Wölfel und Müller um Kriterien für das verarbeitende Gewerbe kümmern. Der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft, Richard Sperber, erinnerte hier noch einmal an das oberste Ziel des Kreises, nämlich die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe in der Holzwirtschaft. Deshalb wurde auch diskutiert, ob man den Initiativkreis rechtlich nicht bei der FBG unterbringen könnte.
Unter dem Tagesordnungspunkt "Aktuelles" wurde die Vorstellung der Aktivitäten des Initiativkreises beim Fürther Stadtwaltfest unter dem Titel "Vom heimischen Holz zum eigenen Bett" besprochen. Außerdem beschloss die Runde, dass die in 20-Kilosäcken verpackten Holzbriketts unter dem Siegel des Initiativkreises über das Lagerhaus der Raiffeisenbank Hersbruck vermarktet werden sollen. Testpakete, die vom Heizwert etwa zehn Litern Heizöl entsprechen, werden an Interessenten kostenlos abgegeben. Auf Wunsch können sich Großabnehmer auch Container oder eigene Behälter zu Sonderpreisen füllen lassen. So würde der überschüssige Brennstoff der Schreinerei - garantiert aus dem Holz der Hersbrucker Alb - einer sinnvollen Verwertung zugeführt.
Das von Architekt Norbert Thiel projektierte "Regionale Musterhaus", dass mit Fernwärme aus der Möbelmacherwerkstatt beheizt werden wird, soll die Ziele des Initiativkreises beispielhaft umsetzen. So kann interessierten Bauherrn im Original demonstiert werden, dass Haus- und Möbelbau mit regionalen Handwerkern zu realistischen Preisen möglich ist. Erwin Schilling bezeichnete das Projekt als sehr hilfreich für die Arbeit der landkreiseigenen Energieagentur und versprach dem Kreis auch weiterhin seine aktive Mitarbeit. Auch alle anderen Beteiligten waren sich einig, dass die Arbeit der Gruppe zugunsten der heimischen Forstwirtschaft weitergeführt und intensiviert werden müsse.
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Hersbrucker Zeitung vom 5.Juli 2000 v. Thomas Kohl
Aus der Wirtschaft
Bei der Top-Händlertagung im österreichischen Geinberg erhielten die
Möbelmacher Ute und herwig Danzer die Auszeichnung "Pro Natura Händler
des Jahrzehnts". Der Hersteller von individuell anpassbaren Bettsystemen
wählte als Maßstab für diesen Preis nicht nur den Gesamtumsatz der
letzten zehn Jahre, sondern auch die konstruktive Mitarbeit bei
Neuentwicklungen der Produkte oder im Marketing. Auch bei dieser
Fachtagung konnten die Unterkrumbacher vor allem durch die eigenen
Erfahrungen mit der Internetseite www.die-moebelmacher.de viele Impulse
für den Webauftritt der Händler, aber auch für Pro Natura selbst geben.
Die fachliche Kompetenz der beiden Gesellschafterinnen Münzenberg und
Danzer als Sportlehrer- und Rückenschulleiterinnen hat in den
vergangenen Jahren die Ergonomie der hergestellten Bettsysteme
beeinflusst.
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| Regio-Press (der Newsletter der Region Nürnberg e.V.) im Mai 2000 von Martin Kastler
Vom heimischen Baum zum eigenen Bett
Bei den Unterkrumbacher Möbelmachern wird erfolgreich mit heimischem Holz gehobelt
UNTERKRUMBACH. (RP/as) Original regional ist das Engagement der innovativen Vollholz-Möbelwerkstatt ?Die Möbelmacher? von herwig Danzer und Gunther Münzenberg aus Unterkrumbach im Nürnberger Land. Heimische Hölzer von den Waldbauern aus der Hersbrucker Alb dienen den 20 Mitarbeitern als Rohstoff. Die baubiologische Verarbeitung, maßgefertigt nach den individuellen Kundenwünschen, machen die Betriebsführung so einzigartig und die Geschäftsidee so erfolgreich. Das ehrgeiziges Ziel: Nahezu 100% des Holzes sollen aus der Region kommen. Und nachhaltig soll produziert werden, das heißt langlebig und an ökologischen Kriterien ausgerichtet.
Das Engagement der 1988 gegründeten Firma umschließt neben dem kompletten Einrichtungsprogramm von Küche, Wohn- und Arbeitswelt auch die künstlerische Performance der Unternehmenskultur. Zweimal im Jahr werden Kunst, Kultur und Handwerk zusammengeführt.
Aktuelles Beispiel für dieses Engagement sind die Unterkrumbacher-Werkstatt-Tage, die im April zum dritten Mal stattgefunden haben. Für die Besucher wurde eine Waldexkursion organisiert, bei der Forstamt und Bund Naturschutz über ökologische Zusammenhänge der nachhaltigen Fortstwirtschaft aufklärten. In der anschließenden Werkstattbesichtigung wurden alle Arbeitsschritte der Holzverarbeitung am Beispiel eines Bettes vorgeführt. Motto: Vom Baum zum Bett. Die musikalisch klassische Abrundung brachte die Gastgeberin Ute Danzer auf den Punkt: ?Kunst und Handwerk leben von den Menschen, die Qualität wertschätzen?. Das ?Collegium Musicum Hersbruck? gab dazu in bewährter Qualität den Takt an.
Pioniere sind ?Die Möbelmacher? auch in der Regionalagentur ?Original Regional? des Regionalmarketingvereins ?Die Region Nürnberg e.V.? Seit der Gründung sind sie im Netzwerk für regionale Wirtschaftskreisläufe dabei. Jetzt haben sie den Auftrag bekommen für Original Regional Produkttheken zu entwickeln, die demnächst gebaut werden.
Der Möbelmacher herwig Danzer ist am 25. Juni in der Sendung ?Starke Köpfe? der Region Nürnberg um 19.00Uhr im Frankenfernsehen zu sehen. Die vielfältigen Aktivitäten der Möbelmacher finden sich auch auf der umfangreichen Homepage.
Kontakt: Die Möbelmacher GmbH, herwig Danzer
Tel.: (0 91 51) 86 29 99, Fax: (0 91 51) 86 29 98, E-Mail:info@die-moebelmacher.de www.die-moebelmacher.de
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| Agendazeitung Nr. 2 des Landkreises Nürnberger Land von Günther Häusler
Agenda 21 im Handwerk
Die Möbelmacher aus Unterkrumbach bei Hersbruck arbeiten schon seit vielen Jahren nach den Kriterien der Nachhaltigkeit, auch, wenn diese Art der Betriebsführung früher mit anderen Begriffen beschrieben wurde: Ökologisch, baubiologisch, umweltfreundlich, regional, sozial - also all das, was heute zu den Anforderungsprofilen moderner Unternehmen zählt.
Bildunterschriften:
Die Mitarbeiter der Möbelmacher sind nicht nur als Schreiner(innen) aktiv, sondern beteiligen sich auch an den Fotoarbeiten für den bekannten Jahreskalender oder den beeindruckenden Internetauftritt
herwig Danzer im Beratugsgespräch
Der Kirschbaum für diese Küche kommt aus Lilling, das Model hat einen Geschenkeladen in Hersbruck. Die Förderung der regionalen Wirtschaftskreisläufe war stets ein Anliegen der Möbelmacher, weshalb sie gemeinsam mit dem Bund Naturschutz schon 1998 den ersten Tag der Regionen in Unterkrumbach veranstalteten.
Was 1988 als Zwei-Mann-Schreinerei von Gunther Münzenberg und herwig Danzer gegründet wurde, ist heute ein Einrichtungsbetrieb mit fast 20 Mitarbeitern, der neben der umweltfreundlichen Herstellung von Möbeln und Küchen aus Massivholz auch die komplette Einrichtung vom Fußboden über die Polstermöbel bis hin zur Beleuchtung liefert. Mit der 1997 nach baubiologischen Gesichtspunkten errichteten Halle, hatten die Handwerker und Gestalter jetzt endlich die Möglichkeit die gesamte Fertigung auf das Holz der Hersbrucker Alb umzustellen.
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Initiativkreis Holz aus der Frankenalb
Aus der Idee, die Holzabfälle und Späne nicht nur zur Heizung, sondern auch zur Stromerzeugung zu verwenden, entstand letztlich der Initiativkreis Holz aus der Frankenalb, in dem Waldbauern, das Forstamt, die Handwerkskammer, der Bund Naturschutz und eben Verarbeiter und Ingenieure gemeinsam für eine Stärkung der heimischen Forstwirtschaft streiten. Die Öffentlichkeitsarbeit dieser Gruppe war sicher einer der Faktoren, die die Entscheidung zur Hackschnitzelheizung für das Schulzentrum in Altdorf ermöglichten. Neuestes Projekt ist ein Musterhaus, dass ausschließlich aus dem Holz aus der Frankenalb und mit den Handwerkern derselben in Unterkrumbach gebaut wird.
Wünsche der Privatkunden erkennen und umsetzen
Aber trotz der Ladenbauprojekte (z.B. für Original Regional), Beteiligungen an Kunstausstellungen oder Vorträgen bleiben für die Möbelmacher die Wünsche der Kunden das Wichtigste. herwig Danzer: ?Das Schönste an unserer Arbeit ist nach wie vor das Entwickeln von Ideen im Gespräch mit unseren Kunden. Egal, ob es sich dabei um ein Bett, einen Tisch oder eine ganze Küche handelt, immer entsteht daraus ein ganz persönliches Einrichtungsstück, das nach Qualität, Herkunft und Langlebigkeit immer seinen Preis wert ist.?
Die Möbelmacher, Unterkrumbach 39
91241 Kirchensittenbach
09151/862999 fax 09151/862998
www.die-moebelmacher.de
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| Bayerische Staatszeitung Nr. 26 vom 30.Juni 2000, von Dr. Beatrix Köhler
Serie: Ideen für die Zukunft
Funktional und optisch optimiert
Möbelmacher aus Mittelfranken setzen auf Komplettleistungen und Regionalwirtschaft
Bildunterschrift: Maßgeschneiderte Büromöbel mit beispielsweise ausreichend hohen Schreibtischen sind nur ein Markenzeichen von "Die Möbelmacher"
Eigentlich sind "Die Möbelmacher" schlicht eine Schreinerei, angesiedelt seit
1997 in Kirchensittenbach bei Hersbruck im Sittenbachtal in malerischer
Landschaft, genauer noch: in Unterkrumbach in einem ökologisch konzipierten
Holzbau mit Isoflocdämmung und Tonziegeln; zuvor hatten sie, seit 1988, in
Hersbruck produziert: Für die Hersbrucker Buchhandlung der Familie Lösch in
Hersbruck, untergebracht im Altbau mit vielen Rundbögen, entwarfen und
realisierten sie die Ausstattung. Massivholzprodukte lieferten sie - preislich
wettbewerbsfähig! - für die Telemedizin im Krankenhaus Hersbruck; der Raum wurde "durch die Möbelmacher sowohl funktional als auch optisch optimiert", so Prof. Dr. Heiner Lauterbach, einer der Nutznießer, sozusagen.
Preislich konkurrenzfähige Funktionalität
Für den Unternehmer Björn Figel stellten sie die maßgeschneiderte Ausstattung
für die Büroräume her, für den Firmenchef persönlich beispielsweise einen
ausreichend hohen Schreibtisch, mit der ergonomisch richtigen Höhe von 90
Zentimetern, und Tische, deren Höhe verstellt werden kann, alles aus geöltem
Massivholz, ergänzt um durch Erdung feldfrei gemachte Niedervolt-Lichtsysteme.
Für Figel ist der Arbeitsplatz, die Funktionalität der Einrichtung wie das
Raumklima ein wichtiger Baustein im unternehmerischen Handeln.
Wie die Beispiele zeigen, sind die Möbelmacher eine Schreinerei, die auf
maßgeschneiderte Komplettangebote für die Innenausstattung setzt und zu diesem Zweck mit Partnerfirmen kooperieren. Für Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmer sowie Essplätze samt Zubehör beispielsweise ist vor allem Marlen Zimmermann zuständig, vom Ausmessen bis zur Montage. Mit 17 Jahren, 1991, begann sie die Lehre bei den Möbelmachern. Für ihre derzeitige Aufgabe bildete sie sich außerdem zur Spezialistin für Fensterdekoration, Beleuchtung, Matrazen und Polstermöbel weiter. Was die Vorurteile gegenüber dem weiblichen Geschlecht "im sägerauhen Sektor Wald und Holz" anbetrifft, da sind die Möbelmacher aus dem Schneider, weiß Christine Steiner. Schreinerinnen haben bei ihnen nämlich bereits Tradition, "mittlerweile geht es am Möbelmacher-Brotzeit-Tisch fast paritätisch zu..."
Wie gesagt: Eigentlich sind die Möbelmacher schlicht eine Schreinerei.
"Nebenbei" aber produzieren sie einen Kalender mit Infos über ihre Produkte,
aber eben auch Interessantem aus der mittelfränkischen Kulturszene, Spannendem zu regionalen Wirtschaftskreisläufen und dem Leben in Unterkrumbach ganz allgemein. Sie sind außerdem zum Beispiel Mitglied in einer Allianz aus Holzanbietern und -nutzern, dem "Initiativkreis Holz aus der Frankenalb" nämlich: Er informiert über wichtige Zusammenhänge von Holzerzeugung und -nutzung, will ein Bewusstsein für den ganzheitlichen Wert des regionalen Holzes schaffen, die Freude an heimischen Holzprodukten wecken, die nachhaltige Nutzung regionaler Holzprodukte durch Kommunen, Privatleute, Unternehmen vorantreiben und vieles mehr.
Der 37-jährige Danzer, studierter Germanist, der 1988 als Firmeninhaber eine
Ausbildung als Schreiner bei seinem Kompanion absolvierte, damit also Azubi und Arbeitgeber zugleich war, tut einiges, damit sein Verarbeitungsbetrieb zu
hundert Prozent Hölzer aus der nahe Umgebung einsetzen kann: Notfalls wird schon mal ein mobiles Sägewerk für übergroße Stämme angeheuert.
Vor allem aber kooperiert er, damit die richtigen Hölzer zum richtigen Zeitpunkt
in der passenden Menge und Qualität vor Ort sind, mit den Waldbauern der
Hersbrucker Alb, zu deren Vorteil. "Ohne den Danzer und seine Möbelmacher hätten wir unser heimisches Holz niemals so gut verkauft", meinte beispielsweise ein Landwirt während einer Podiumsdiskussion über regionale Vermarktung im April in Oberkrumbach.
Vor Ort betreibt Danzer Aufklärungsarbeit, zusammen mit Waldbauern, Bund
Naturschutz und Forstamt. Den Leuten soll beispielsweise durch Führungen die
Regionalvermarktung nahegebracht werden. Die Schreinerei selbst, ganz nach
ökologischen Erkenntnissen gebaut und mit einiger Eigenleistung entstanden, ist
natürlich ein wichtiges Aushängeschild für den Betrieb.
Denn Danzer setzt nicht einfach auf Holz. Er produziert und verkauft Ökologie
und gesundes Wohnen. Küchen etwa sind spanplattenfreie Zonen,
Massivholz-Oberflächen werden aufwendig geölt, Lacke gibt es in der gesamten Schreinerei nicht. Ein "Müsli"-Image wird vermieden, indem auch Edelstahl oder Keramik eingesetzt wird, in der Küche selbstverständlich Hightech-Geräte wie Induktionsschleifen.
Denn die Möbelmacher beraten die Kundschaft von der ersten Idee an, setzen die Wünsche in Pläne um, auf dem Zeichenbrett und per PC, und realisieren sie
anschließend bis ins letzte Detail, das heißt sie besorgen auch Kochtöpfe und
Lampen, das Ledersofa zum neuen Schrank oder die Matratzen. Und Giovanni, der stumme Diener, stammt nicht aus Italien, sondern hatte seine Buchenwurzeln in der Region und fand seine Gestalt bei den Möbelmachern. Wie gesagt:
Komplettlösungen aus Produkten der Region sind deren Konkurrenzvorteil im Ringen mit der Möbelindustrie.
Auch an der Lokalen Agenda 21, am Tag der Regionen, beim Radl-Treff, der
Handwerkerschau, dem COUP 21 (einem Projekt der Cooperation von Umweltamt und Pionierunternehmen im 21ten Jahrhundert im Nürnberger Raum), bei den Fördervereinen Kunstmuseum Hersbruck bzw. Krankenhaus Hersbruck, bei Slow Food und der Innung sind die Möbelmacher engagiert. "Sicher ist eine wichtige Motivation die Werbung", sagt Danzer unumwunden. Die aber könnte natürlich auch auf direktere Art angepackt werden.
Verantwortung für die Region mit übernehmen
Aber: "Wir möchten - im Rahmen unserer Möglichkeiten - unseren Beitrag zu einer vernünftigen regionalen Entwicklung leisten, sei es in Belangen des
Umweltschutzes, der (Wohn) Kultur oder der (Forst) Wirtschaft. Das hat etwas mit der Verantwortung für die Region zu tun, in und von der wir leben. Aber auch mit der Freude an unserer Arbeit."
Gelegentlich erinnert sich Danzer an sein brotloses Studium der Germanistik,
stellt in der Werkstatt ein Podium auf und verwandelt sie: in eine Kultur-Stätte für Literaten. Bei den Unterkrumbacher Werkstatt-Tagen im März 1999 wurde
beispielsweise eine Ausstellung eröffnet und anschließend mit der Künstlerin
diskutiert, und das Collegium Musicum Hersbruck gab ein Konzert der etwas
anderen Art. Stets geht es nämlich darum, den Entstehungsprozess verständlich
und nachvollziehbar zu machen, über das Werden von bildender Kunst, über die Kompositionsregeln in der Musik oder über die Entwurfszeichnungen der
Möbelmacher zu informieren und zu reden.
1998 gewannen die Möbelmacher übrigens beim 3. Bayerischen Heimatpreis der Volks- und Raiffeisenbanken in der Sparte "Ökonomie & Ökologie" einen
Sonderpreis. Und die Azubis haben auch schon manch eine Auszeichnung errungen, Kirsten Weingarten beispielsweise mit ihrem Gesellenstück "Ausziehbarer Couchtisch mit Steinplatten" beim Gestaltungswettbewerb der Innung "Die Gute Form 99".
Beatrix Körner
Information: Die Möbelmacher GmbH, Unterkrumbach 39, 91241 Kirchensittenbach. |
| Hersbrucker Zeitung am 27.5.200
Herwig Danzer machte bei Live-Show Geständnis
Holzfliege ist gekauft
Nur der Halsschmuck des Dieners Giovanni ist aus Eigenfertigung
Bildunterschrift: Talkshow-Gast herwig Danzer (links) wurde von Dr. Jörg Hahn (rechts) als "Original-Regional-Kämpfer der ersten Stunde" vorgestellt.
Unterkrumbach - In der Talkshow sprach Dr. Jörg Hahn mit herwig Danzer von den Möbelmachern. Die beiden hielten in lockerer Atmosphäre ein Plauder-(viertel-)stündchen das von Überraschungen und Missverständnissen nicht verschont blieb. Am heutigen Samstag wird die Sendung um 17 Uhr im Frankenfernsehen wiederholt.
Im witzig-satirischen Eingangsmonolog erklärte Jörg Hahn den Fernsehzuschauern und den vielen Studiogästen (die angereisten Möbelmacher fanden nur in der letzten Reihe Platz) wie ein angeblicher indischer Computerminister die Welt der PCs beeinflussen wird. Hier sprach er zwar übers "Inder-net", im späteren Talk ließ er Danzers wichtigstes Wunschthema - www.die-moebelmacher.de - dann leider komplett aus.
Seinen Studiogast begrüßte Hahn als "Kämpfer der ersten Stunde", dem eine Synthese aus regionalem Holz, modernem Design und klassischer hoher Handwerksqualität gelungen sei. Dabei diente "Giovanni", der stumme Diener als Anschauungsmaterial, den der Möbelmacher zusammen mit seinem Kompagnon Gunther Münzenberg entwickelt hat. Als größte Überraschung bezeichnete Hahn später Danzers ehrliches Bekenntnis, dass nur Giovannis Holzfliege aus Eigenfertigung sei, die eigene aber aus dem Handel stamme. "Wir können eben auch gut einkaufen" antwortete Danzer und meinte damit neben den Fliegen auch Polstermöbel, Beleuchtung und Küchenzubehör.
Den Satz "Im Zweifelsfall lassen wir das Geld lieber in der Gemeinde und jeder hat dann was davon" wiederholte Hahn für die Zuschauer, weil er als Boss von "Original Regional" immer die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe im Visier hat. So interessierte ihn auch das Holz-Musterhaus, dass der "Initiativkreis Holz aus der Frankenalb" in Unterkrumbach zur Förderung der heimischen Forstwirtschaft plant oder die Original-Regional-Küche, die die Möbelmacher dem Bayerischen Rundfunk als Showküche für die Consumenta ausleihen werden.
In Missverständnisse verstrickten sich die Gesprächspartner gegen Ende der Show, als herwig Danzer murrte, dass Küchenplanung für Kunden leichter sei, als für die eigene Ehefrau und Hahn verstand, er spräche seiner Frau Beratungskompetenz ab. Aber trotz dieser kleinen Pannen, ein paar "Ähs" und Versprechern machte die Sendung allen so viel Spaß, dass Möbelmacher Matthias Meier noch lange nach der Sendung dem aufmerksamen Publikum Giovanni von der Zehe bis zum Holzkopf erklären musste.
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| Hersbrucker Zeitung vom 25.5.200 von Michael Scholz
Zwangsarbeiter-Fonds: drei heimische Firmen dabei
HERSBRUCK (mz) In doppelseitigen Zeitungsanzeigen hat die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft die Namen von 2048 Unternehmen veröffentlicht, die in den Fonds für eine Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern einzahlen. Die HZ sprach mit den drei Firmen aus dem Hersbrucker Land, die in den überregionalen Medien aufgeführt waren.
Carl Eckart, Firmenchef der Eckart-Werke, hält es für selbstverständlich, einen kleinen Beitrag zu leisten. Ihm geht es darum, wieder etwas gut zu machen von der Unbill, die diese Leute erlitten haben auch wenn man das mit Geld ohnehin nicht kompensieren kann. Lieber wäre ihm gewesen, sich an die ehemaligen Zwangsarbeiter der Werke direkt zu wenden. Allerdings sei das eine viel zu schwierige Recherchearbeit.
Um Rechtfertigung kann es ihm nicht gehen, wenn er Jahrgang 1941 anmerkt, dass die Zeiten damals schwierig gewesen seien. In Hartenstein hätten die Werke unter anderem Aluminiumpulver für Signalmunition hergestellt. Im Krieg schickte das Regime alle eigenen Kräfte der Firma an die Front, zum Ausgleich teilten die Nationalsozialisten Zwangsarbeiter zu: Man hatte keine Wahl, das war eine halbe Planwirtschaft. Nach Aussagen von Zeitzeugen hätten sich die Arbeiter der Eckart-Werke ziemlich frei im Lager bewegen können und sei es ihnen relativ gut gegangen.
Kurt Tausendpfund, Geschäftsführer von Sebald Zement, berichtet Ähnliches:
Damals gab es in Hartmannshof neben seiner Firma noch die Hensold-Kalkwerke, die 1957 zusperrten. Beide Unternehmen hätten laut einer Liste an die 100 Zwangsarbeiter beschäftigt auch dort als Ersatz für Personal, das in den Krieg musste. Allerdings seien sie bezahlt und anständig behandelt worden, sagt
Tausendpfund. Im Fonds sei Sebald Zement deshalb dabei, weil sich die deutsche Zementindustrie generell dafür ausgesprochen hat. Zweck sei, das Ansinnen nicht platzen zu lassen: Die deutsche Wirtschaft soll von insgesamt zehn Milliarden Mark die Hälfte aufbringen, den Rest der Staat.
Die Stiftungsinitiative, die nach Forderungen von Anwälten der Opfer als
Solidaraktion gegründet wurde, möchte das Ansehen Deutschlands und der
deutschen Wirtschaft in der Welt stärken und einen dauerhaften Rechtsfrieden
schaffen. Bis dato sind 2106 Firmen beigetreten davon 58 anonym und haben
insgesamt 2,95 Milliarden Mark zugesagt. Grundlage ist, dass sich die
Unternehmen zur historischen und moralischen Verantwortung bekennen,
unabhängig davon, ob und wie stark die einzelnen Firmen in das NS-Unrecht
eingebunden waren oder ob sie erst nach dem Krieg gegründet wurden.
Junger Betrieb ist dabei
Darum überrascht es weniger, dass mit den Möbelmachern aus Unterkrumbach ein erst zwölf Jahre alter Betrieb in der Liste auftaucht. Chef Herwig Danzer führt persönliche und allgemeine Beweggründe an. Wie viele andere auch, hörte er zum ersten Mal durch Gerd Vanselows Facharbeit vom Außenlager des KZ Flossenbürg in Hersbruck. Die Schwierigkeiten, die der Schüler damals hatte und die Nähe (die Märsche der Zwangsarbeiter führten sogar durch unseren Wohnort Happurg) beschäftigten ihn. Zudem hofft er auf eine Einigung, die das Image der deutschen Wirtschaft nicht noch weiter belastet: Ein kleiner persönlicher Beitrag zur Verständigung.
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| Hersbrucker Zeitung im April 2000 von Gerhard Bauer
Diskussion zu dem Thema "Kooperation in der Region"
Kein Schlussverkauf?
Reich: Erreichtes bewahren und entwickeln - Produkte als ´Satussymbol´
Bildunterschrift: KÜHNHOFEN (geb) - eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion schloss die Vortragsreihe "Kooperation in der Region" des Naturschutzzentrums Wengleinpark ab. Die Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft nutzten die Veranstaltung vor allem, ihre Position unter ökologischen Aspekten darzustellen beziehungsweise zu verteidigen.
Im Gasthof "Grüner Baum" in Kühnhofen listete Landrat Helmut Reich auf, mit welchen Initiativen und Maßnahmen - vor allem in Bezug auf heimische Produkte - die ihm direkt unterstellte Wirtschaftsförderung am Landratsamt befasst ist. So habe sie den Existenzgründerpool aus der Taufe gehoben und betreue vier Arbeitskreise, die alle Bereiche und Möglichkeiten der Regionalentwicklung abdeckten. Aus dem Arbeitskreis Nr. 1 sei mittlerweise die Kommunale Allianz Hersbrucker Land hervorgegangen.
Auf die Frage aus dem Publikum wie sein Amt die Entwicklung des Landkreises unter dem Aspekt von Ökologie und Ökonomie sehe, führte Reich aus, dass die Basis aller Überlegungen der Kerngedanke der Agenda 21, nämlich ein gleichwertiges Neben- und Miteinander von Ökologie, Ökonomie und sozialer Verantwortung sei. Von einem "Schlussverkauf der Landschaft", wie der Bund Naturschutz es ihm vorwerfe könne keine Rede sein.
Auch die Vorwürfe, er schätze den Landschaftsschutz gering, seien völlig unberechtigt. "Es geht vielmehr darum, Erreichtes zu bewahren, den Landkreis nachhaltig weiterzuentwickeln und dabei einen Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie zu finden. Käme die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes "Naturraum Nürnberger Becken im Albvorland" im vorgesehenen Umfang, wäre der gesamte Landkreis unter Naturschutz gestellt. "Es müsse daher erlaubt sein, alternative Möglichkeiten zu finden", sagte er.
Ludwig Pirner, Alfelds Bürgermeister, erklärte, seine Gemeinde stehe der Idee der Regionalentwicklung eher positiv gegenüber. In seiner Stellungsnahme beschränkte er sich mehr auf lokale Aktivitäten der Kommune in Sachen Natur- und Landschaftsschutz. Er erwähnte die Flurneuordnung in Alfeld, die wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten mithelfe, und die Verwertungsgemeinschaft "Alfelder Land".
Gewerbesteuer wiegt schwer
Wie schwierig es ist, gemeinsame Lösungen in der Region zu finden, wurde am Beispiel Alfelds deutlich. Pirner verteidigte den Beschluss, das Areal an der Autobahnausfahrt als Gewerbegebiet auszuweisen, weil sonst Gewerbesteuer und Arbeitskräfte von Lauterhofen auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn, dazu noch in einem anderen Landkreis, abgezogen würden. Im Interesse seiner Gemeinde müsse dem entgegengehalten werden, führte er aus.
Hartensteins zweiter Bürgermeister, Werner Himmler, wies darauf hin, dass schon seit 1992 ein Flächennutzungsplan für die Gemeinde bestehe. Hartenstein sei als letzte Kommune der Kommunalen Allianz beigetreten, weil eigentlich schon lange eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden bestehe, und für den Naturschutz sei mehr als genug getan. Von der Kooperation verspreche er sich Fördergelder und einen Schub für den Fremdenverkehr.
Hans Klischewski, "Bio-Bauer aus Passion", wie er selbst sagt, fand in der Selbstvermarktung seiner Produkte die Freude am Beruf wieder. Er befürwortet die Regionalenwicklung, weil sie die konkurrierenden ökologisch und konventionell wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe zusammenführe. Er meinte, Regionalprodukte sollten für die Verbraucher ein Statussymbol werden.
Herwig Danzer, Chef der "Möbelmacher" in Unterkrumbach, sagte, die Chancen der Regionalentwicklung seien dann besser, wenn alle Maßnahmen gebündelt würden, und die Hersbrucker Alb oder die Frankenalb als Produktmarke etabliert werden könnte. Die "glaubwürdigen" Regionalbetriebe könnten dann davon profitieren. Er sieht eine wesentliche Aufgabe darin nach Kriterien zu suchen, die die Betriebe zu erfüllen haben, wenn sie an regionalen Wirtschaftskreisläufen teilhaben wollen. Aufklärung der Kunden und Produktqualität seien ausschlaggebend beim Vertrieb der Ware. "Niemand kauft ein Produkt, nur weil es aus der Region stammt", meint er.
Professor Dr. Hubert Weiger vom Bund Naturschutz, erläuterte aus seiner überregionalen Sicht die Wichtigkeit des mit der Regionalentwicklung verbundenen Natur- und Landschaftsschutzes. Was heute in der Natur noch selbstverständlich sei, werde zunehmend kostbarer. Ein Hoffnungsschimmer sei das wachsende Regionwalsbewusstsein in der Bevölkerung. Nötig sei bei der Kooperation von Kommunen, Landkreis und Ökostation ein Regionalmanage-ment.
Wirtschaftsgeograph Ulrich Ehrmann stellte die theoretischen Möglichkeiten von Kooperation unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit in allgemeiner Form dar.
Reiner Wölfel vom Wengleinpark und "Motor" der örtlichen Regionalentwicklung hätte sich mehr Zuhörer gewünscht - nur knapp 20 Interessierte hatten sich eingefunden. In seinem Schlusswort sagte er, dass in der Alb schon erfreuliche Fortschritte erzielt worden seien, dass es aber noch ein weiter Weg sei um die gesteckten Ziele zum Wohle der Landschaft und ihrer Bewohner zu erreichen. Größte Bedeutung habe dabei die Zusammenarbeit, die Kooperation: "Denn beim Miteinander gibt es immer zwei Gewinner."
Richard Mergner vom Bund Naturschutz moderierte den Abend.
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Nürnberger Nachrichten Montag,10. April 2000 von Hartmut Leuschner
Bild: Mobiles Sägewerk
Bildunterschrift: Wenn es nicht anders geht, besorgt sich herwig Danzer auch ein mobiles Sägewerk.
Möbel zurechtgesägt
Gelungene Kooperation von Waldbauern und einem Handwerker
Text:
UNTERKRUMBACH - Das Landwirte und Handwerk erfolgreich Hand in Hand arbeiten können, demonstriert seit drei Jahren eine Gruppe von Waldbauern im Landkreis Nürnberger Land. In dem kleinen Ort Unterkrumbach bei Kühnhofen ist man stolz darauf, dass das Holz aus dem nahen Wäldern gleich vor Ort zu heimischen Möbeln verarbeitet wird.
Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung trägt herwig Danzer. Der 37-Jährige mit der ungewöhnlichen Bildungskombination eines Germanistikstudiums und einer anschließenden Ausbildung zum Schreiner, hat mit seinem vor drei Jahren in Unterkrumbach gestarteten Unternehmen "Die Möbelmacher" frischen Wind in das eher verschlafene Sittenbachtal gebracht.
Sein ehrgeiziges Ziel: Nahe zu 100 Prozent der verwendeten Hölzer in seinem Verarbeitungsbetrieb sollten aus der nahen Umgebung stammen. Das war in den Gesprächen mit den Landwirten anfangs kein leichtes Unterfangen, obwohl er von seiner Zeit der Möbelherstellung im nahen Hersbruck einige Rohstoff-Lieferanten mitgebracht hatte, erinnert sich Danzer heute. Doch der Geschäftsführer musste sicherstellen, dass die Hölzer rechtzeitig in der ausreichenden Menge und der passenden Qualität in dem angeschlossenen Sägebetrieb angeliefert werden.
Zusammenarbeit mit "Exoten"
Die Waldbauern in der Hersbrucker Alb kooperierten bald bestens mit dem "Exoten" in Unterkrumbach, der sich bei passenden Anlässen gerne mit einer hölzernen Fliege schmückt und seinen Vornamen konsequent kleinschreibt.
Seine Lieferanten unterstützen Danzer mittlerweile auch öffentlich. "Eines muss ich Euch schon mal sagen, ohne den Danzer und seinen Möbelmacher hätten wir unser heimisches Holz niemals so gut verkauft", erklärte erst in drei letzten Woche ein Landwirt in einer Podiumsdiskussion über regionale Vermarktung.
Dabei bringen die in einer Forstbetriebgemeinschaft zusammmengeschlossenen Bauern nicht einmal genügend Stämme her, um den Bedarf der Unterkrumbacher abzudecken. Denn heimisches Holz liegt im Trend der Zeit.
Lehrgang der besonderen Art
Allerdings gibt Herwig Danzer offen zu, dass es wahnsinnig viel Überzeugungsarbeit bedarf, um die Kunden bei der Stange zu halten. Denn bei dem Aufwand kann der kleine Betrieb aus dem Nürnberger Land mit den Niedrigpreisen großer Möbelhäuser nicht mithalten.
Von der Auswahl der passenden Stämme bis hin zu der individuellen Rohstoffverarbeitung nach den Kundenwünschen muss viel mehr investiert werden, um ein Bett, einen Schrank oder einen schönen Frühstückstisch mit Holz aus der Hersbrucker Schweiz zu kreieren. Wenn es sein muss, wird für übergroße Stämme auch schon mal ein mobiles Sägewerk angeheuert.
Danzer versucht seine Sichtweise der Regionalvermarktung mit Aufklärungsarbeit vor Ort zu unterstützen. So hatte er beispielsweise für das vergangene Wochenende einen Lehrgang der besonderen Art angesetzt: Bund Naturschutz, Waldbauern und Forstamt führten Besuche gemeinsam durch die Wälder um Unterkrumbach und erläuterten den Wert der Hölzer, die ökonomische und ökologische Notwendigkeit des Holzeinschlages sowie den richtigen Abtransport des Rohstoffes.
Nur ein paar Kilometer weiter führten die Mitarbeiter von herwig Danzer und dessen Firmenpartner Gunther Münzenberg dann vor, wie aus den aus der näheren Umgebung angelieferten Hölzern Gegenstände wie ein Bett, ein Schrank, ein Tisch oder eine Vitrine entstehen.
Danzers Engagement scheint jetzt Früchte zu tragen. Nicht nur, dass immer mehr Kunden aus anderen Landkreisen von ihm Möbel haben wollen . Jetzt hat Danzer auch den Auftrag bekommen, die passenden Produkttheken für die Aktion "Original Regional" zu kreieren, nur aus dem Holz der Frankenalb gefertigt, versteht sich.
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Hersbrucker Zeitung vom Mittwoch, 12. April 2000 von Herrmann Ott
Bild: Das Orchester
Bildunterschrift:
Das Collegium Musicum unter Susanne Pflaumer hatte in der Möbelwerkstatt schon ein Heimspiel.
Workshop in der Werkstatt
Collegium Musicum bei den Möbelmachern in Unterkrumbach
Zum dritten Mal präsentierten sich am letzten Wochenende die "Unterkrumbacher Werkstatt-Tage". Die Veranstaltung der "Möbelmacher" erfreut sich immer größerer Beliebtheit.
Text:
Der Initiativkreis "Holz aus der Frankenalb" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Informationen über die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des heimischen Holzes zu bieten. Zu diesem Zweck waren Lehr-gänge "Durch Wald und Hutanger" angesagt. Es wurde die Entstehung eines Bettes vom Aufsägen der Bretter bis zum Reinlegen ins Pro Natura Bettensystem offeriert. Die Fachleute (Forstdirektor Dieter Rosenbauer und Karl Heinlein vom Bund Naturschutz) zeigten nicht nur Baumarten, deren Bedeutung für den Wald samt Verwendungsmöglichkeiten wichtig sind, sondern wiesen auch auf die Besonderheiten der Hutanger in der Hersbrucker Alb hin.
Von dieser Betrachtungsweise des lebenden Holzes war es nicht weit weg zum Erleben aktiver Musikgestaltung. Den Veranstaltern kam es darauf an, aufzuzeigen, wie Kultur und Handwerk letztendlich verwandt sind. So engagierten sie - wie im letzten Jahr - das "Collegium Musicum Hersbruck" mit seinen agilen Spielern und seiner talentierten Dirigentin Susanne Pflaumer zu einem Konzert, das Ungewöhnliches zu bieten hatte. Es wurden nicht nur hörenswerte Werke interpretiert, es war direkt "Musik zum Anfassen". In einer Art Workshop widmete man sich dem Wesen der gespielten Stücke, erklärte Besonderheiten der Gestaltung und ging auf das Entstehen der einzelnen Instrumente ein.
Neben den Musikern hatte der Tonkörper Birgit Rösch als Rezitatorin mitgebracht. Das Orchester brillierte in Tonkunst, die Ansagerin wusste viel Interessantes über Werk und Spieltechnik zu berichten und das Publikum hörte gespannt zu. Begonnen hatte die Vortragsfolge mit dem Konzert in C-Dur für Orchester mit den Solo-Instrumenten Flöte und Oboe von Antonio Salieri. Birgit Rösch kommentierte den Musikstil des italienischen Komponisten, ging auf den Aufbau einzelner Sätze ein und wies mit gekonnten Worten auf die interessante Zwiesprache von Solist und Orchester hin. Dies wurde von Tonbeispielen begleitet.
Dem lichten Charakter der Komposition widmeten sich die Hersbrucker Musiker mit Verve und betonter Dynamikgestaltung. Nicht geringen Anteil an der geglückten Interpretation hatten die Solisten Barbara Degenhardt (Flöte) und Christian Neubauer (Oboe). Ein interessantes Stück war der Altspanische Tanz mit Variationen für Gitarre Streicher des in Barcelona geborenen Komponisten Fernando Sor. Die allseits gelobte, sensible Technik der mechanischen Verstärkung versagte und (zur diabolischen Freude des Rezenten) kam der Gitarrenton pur an. Der junge Künstler Hannes Plattmeier nahm seinen Solo-Part virtuos und setzte sich wacker gegen das (dezent spielende) Orchester durch.
Mit dem Konzert für Hammerflügel und Orchester von Franz Anton Hoffmeister schloss das abwechslungsreich Programm. Schön, dass der Zuhörer sich mit dem Instrument - dem heutigen Klavier, das seinen 300-jährigen Geburtstag feiert - in Wort und Ton auseinandersetzen konnte. Tobias Knaup bewies als Solist seine immense Fingerfertigkeit bei Einbettung in das auf die Anweisungen seiner Dirigentin hörenden Orchesters. Viel wohlverdienster Beifall.
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Direkt Mehr Ausgabe Februar 2000 von Frau Krokowski
Ein Möbelmacher, der Kalender macht
Zielgruppe: Bestehende Kunden
und Interessenten
Auflage: 2700 Exemplare
Anlass: Jahreswechsel
Response: 5%
Absender: Die Möbelmacher
Bereits zum vierten Mal versandte der Schreinerbetrieb "Die Möbelmacher" aus Unterkrumbach bei Nürnberg mit dem Weihnachtsmailing einen Jahreskalender im DIN A4- Querformat als Dank an seine Kunden. "Sie haben es ja so gewollt", schreibt Geschäftsführer herwig Danzer in der Einleitung. Denn seit einer telefonischen Kundenumfrage im Sommer 1999 weiß er, dass der Kalender bei über 30 Prozent der befragten Kunden an der Wand hängt. "Wir waren völlig platt, dass er so gut ankommt und haben uns natürlich mit neuem Elan an die Ausgabe für 2000 gemacht", kommentiert Danzer den Erfolg seiner Kundenbindungsaktion.
In einer Auflage von 4000 Exemplaren erfüllt der Kalender viele Funktionen zugleich: Kundenwerbung, Kundenbindung, Infomaterial für Messen und Ausstellungen.
Neben den neuesten Produkten der Lieferanten zeigt er zufriedenen Kunden mit Einzelanfertigungen, geht aber auch auf betriebsinterne Neuigkeiten ein. Dazwischen finden sich Geschichten rund um Produkte, Aufträge und die Region. "Damit haben wir auf die vielfache Bitte der Kunden reagiert, mehr allgemeine Infornationen zu liefern", erklärt der Geschäftsführer.
Die besondere Idee bei den Kosten: Der Kalender finanziert sich über Anzeigen regionaler Anbieter und Lieferanten. Mit Ausnahme der Scans kümmert sich der Chef selbst um Fotos, Text und Layout, so dass der Kalender kostendeckend produziert werden kann.
Bei der Konzeption seiner Mailings lässt sich herwig Danzer seit vier Jahren von den Direktmarketing-Experten des DM-Centers Nürnberg beraten. Auch das Weihnachtsmailing entstand in Zusammenarbeit mit dem DM-Center. "Inzwischen versenden wir drei bis vier Mailings pro Jahr, und der Erfolg gibt uns recht", so Danzer. Das Begleitmailing zum Kalender enthält außer guten Wünschen ein Response-Element, mit dem die Kunden aufgefordert werden, ihre Meinung zum Kalender, aber auch Terminwünsche oder Bestellungen per Fax oder E-Mail einzusenden.
Bild: Der aufgeklappte Kalender
Bilderunterschrift:
Der Kalender im DIN A4-Querformat zeigt die Leistungen der Möbelmacher anhand von Aufnahmen zufriedener Kunden mit ihren Einzelanfertigungen.
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Hersbrucker Zeitung , Dienstag, 22. Februar 2000 von Michael Scholz
Aus der Wirtschaft
Bild: Roland Denzler, herwig Danzer an Regionaltheke
Bildunterschrift:
Haben gut Lachen: herwig Danzer von den Möbelmachern in Unterkrumbach (Mitte) und Roland Denzler, Projektbeauftragter von Original Regional (links), und Edmund-David Theiss, Geschäftsführer der Wiesbadener "Grüne Welt", freuen sich über das Interesse an dem Präsentationssystem für Ökoprodukte aus der Region.
Text: Präsentieren sich heimische Lebensmittel in den Supermärkten bald in schmucken Regalen der Unterkrumbacher Möbelmacher? Das Team um herwig Danzer hat ein spezielles Ladenbausystem aus Massivholz und Edelstahl entwickelt, auf dem Produkte aus der Region angeboten werden sollen.
Roland Denzler von der Öko-Linie "Orginal Regional", der die Möbelmacher als Partner gewonnen hat, hat auf der gerade zu Ende gegangenen Nürnberger Messe "Biofach" inzwischen Ketten und Einzelhändler angesprochen. Die Neumarkter Lammsbräu beispielsweise oder die Hemhofener Abokiste sollen ihre Waren auf dem Holz aus der Hersbrucker Alb verkaufen.
Der stumme Diener "Giovanni", ein Aushängeschild der Möbelmacher, ist dafür sogar umgebaut worden: Er bietet in den Läden künftig Kunden Kostproben der regionalen Produkte an. Die Hörnlein-Supermarktkette hat bereits zugesagt, Verhandlungen mit Karstadt und anderen laufen derzeit noch.
Ziel der Aktion ist es, die Lebensmittel aus Franken und der angrenzenden Oberpfalz einer größeren Käuferschicht zugänglich zu machen. In der Region haben inzwischen rund 359 Betriebe auf "Bio" umgestellt.
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Landkreis-Treff im Februar 2000 von Michael Scholz
Sonderthema:
Natürlich wohnen
Unbelastet Kraft tanken
Schönheit, Komfort und Haltbarkeit sind nicht mehr die einzigen Maßstäbe für die Wohnungseinrichtung. Natürlichkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung :für Allergiker, Energiesparer und für diejenigen, die sich im eigenen Heim rundum wohl fühlen möchten.
Text.
Möbel
Entscheidend für die Natürlichkeit ist das Material. Kunststoff und auch Press-Span scheiden für viele aus. Wer sich für weit möglichst naturbelassenes Holz entscheidet, sollte wissen, dass Voll- nicht gleich Massivholz ist. Massivholz wird aus Stücken verleimt und anschließend mit dekorativen Furnieren beklebt. Eine solche Platte ist nur beschränkt aufnahmefähig. Größere Kratzer und Schrammen können nur schwer ausgeglichen werden. Massive Platten dagegen kann ein Schreiner mit ein paar Tricks "erneuern".
Oberflächenpflege
Wie lässt sich Naturmaterial am besten schützen? Lack ist anfangs sogar stabiler als ein Ölüberzug. Ist er aber erst einmal abgenutzt, hilft nur aufwendiges Abschleifen und Erneuern. Wachsen ist eine sinnvolle Alternative. Zum einen dünstet es keine Gifte aus, zum anderen lassen sich Macken leicht mit dünnen Plättchen kaschieren. Noch besser geeignet ist Naturharzöl. Nachdem es auf der Oberfläche ausgehärtet ist, kann es feucht gewischt werden. Mit einem öligen Lappen oder Schwämmchen lässt es sich problemlos wieder auffrischen.
Schlafzimmer
Eine gute Liegestätte unterstützt die Wirbelsäule aktiv, das heißt die Taille liegt so fest auf der Matratze auf, dass der Rücken in seiner natürlichen Form ruht.
Materialien wie Massivholz und Wolle beeinflussen das Raumklima positiv: Sie wirken auf die Luftfeuchtigkeit ein, nehmen Wasser auf und geben es bei Bedarf wieder ab. Wichtig, denn jeder Mensch dünstet nachts bis zu einem drei viertel Liter Flüssigkeit aus.
Zu alledem laden sich natürliche Materialien nicht elektrisch auf. Ob diese Spannungen wirklich den Schlaf beeinflussen, ist aber wissenschaftlich umstritten. Zu beachten ist auch, dass jeder täglich sechs bis acht Stunden im Schlafzimmer verbringt.. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, Materialien ohne Schadstoffe einzusetzen: Bettwäsche aus Leinen und Baumwolle naturbelassener Holzfußboden, Teppiche aus Baumwolle und Seegras, Papiertapeten und lösungsmittelfreie Anstriche.
Fußböden
Empfehlenswert sind alle Holzböden, die offenporig behandelt wurden - also mit Öl und Wachs. Wasserlacke laden sich statisch auf und sind gesundheitsschädlich. Bei der Pflege textiler Böden sollte man wissen, dass ein normaler Staubsauger die Teilchen, die er vorne aufnimmt, hinten verkleinert wieder herausbläst. Empfehlenswert sind deshalb Modelle mit Wasserfiltern, Mittlerweile gibt es textile Öko-Böden als Alternative: Schadstoffkontrollierte Teppiche aus Schurwolle, Sisal (Agavepflanze) und Kokos mit Naturlatex-Rücken und glatte Materialien wie naturreines Linoleum und fast naturreine Gumminoppenfliesen.
Licht
Es gibt viele Möglichkeiten, seine Wohnung ins rechte Licht zu rücken. Die schlechteste ist, einfach alles hell zu machen. Ein gut durchdachtes Konzept bewirkt für die ganze Wohnung oft Wunder. Dabei sollte sehr genau darauf geachtet werden, wie sehr die Räume durch elektrische und magnetische Wechselfelder belastet werden.
Quellen: Die Möbelmacher Unterkrumbach, Wohnsinn Lauf
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Abendzeitung vom 05.01.2000 von Michael Reiner
Bild: Der stumme Diener Giovanni mit Nina
Gestatten: Giovanni, ein echter Franke
Nein, es geht nicht um Nina (20), die hier so verführerisch lächelt und den Sekt für einige schöne Stunden schon kalt gestellt hat. Nein, es geht um Giovanni, ihren stummen Diener, der ihr so formvollendet Handtäschchen und Strümpfe abnimmt und sogar noch ein Plätzchen für das Sektglas hat. Der hölzerne Helfer kommt nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Italien. Er hat seine Wurzeln tief in der Region. Das Material wuchs in den Wäldern rund um Hersbruck, wurde dort zu Brettern gesägt und gehobelt. Die Möbelmacher, die in Unterkrumbach ausgefallene Einrichtungen entwerfen und herstellen, geben den Buchenholz-Stücken den letzten Schliff - und heraus kommt Giovanni, ein echter Franke.
Ob Hustenbonbons, Autokräne oder Pfeifen: Es gibt viele Produkte, die jeder kennt, von denen aber kaum jemand weiß, dass sie aus Nürnberg und der Region kommen. Wir stellen in loser Folge Frankens heimliche Top-Unternehmen vor.
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Regiopress, das Organ der Region Nürnberg 9/99 von Rolf List
Die Möbelmacher - das Einrichtungsbiotop im Nürnberger Land
Nürnberger Land (RP/rol) - Arbeiten im Einklang mit der Natur. Dies haben sich die Möbelmacher aus Unterkrumbach im Landkreis Nürnberger Land auf die Fahnen geschrieben. Unter dem Motto "Alles Gute zum Einrichten" fertigen die Möbelmacher aber nicht nur maßgeschneiderte Massivholzmöbel, sondern als besonderen Knüller auch Handuhren, mit denen jeder seinen individuellen Zeitbegriff ausdrücken kann.
Jedes Exemplar der Uhren entsteht in Handarbeit nach Entwürfen des Künstlers Anselm Stieber aus Vorra. Nicht zuletzt wegen der verwendeten Hölzer wie Elsbeere, Mooreiche oder Zwetschge und der daraus gewonnenen Rohlinge stellt jedes Stück ein Unikat dar. Getragen wird eine Handuhr ohne Kette oder Armband wie der Autoschlüssel in der Hosentasche. Dadurch kann man im wahrsten Sinn des Wortes sich "Zeit nehmen". Feinste Verarbeitung hochwertiger Materialien und limitierte Auflagen verleihen den Handuhren einen ebenso exquisiten wie exklusiven Charakter.
Regionale Wirtschaftskreisläufe im Sinne der Agenda 21 unterstützen die Möbelmacher, indem sie ihr Holz bei Waldbauern aus der Hersbrucker Alb kaufen. Dies bietet den Waldbauern eine sichere Absatzquelle und den Möbelmachern sowie ihren Kunden die Gewißheit, höchste Qualität zu kaufen. Auch der Bayerische Heimatpreis, den die Möbelmacher 1998 von den Volks- und Raiffeisenbanken verliehen bekamen, bescheinigt den Unterkrumbachern, daß sie es verstehen, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Doch nicht nur wirtschaftlich, auch künstlerisch machen die Möbelmacher das Unmöbliche wahr. Ihre Arbeiten haben bereits mehrfach Design-Preise ("Die gute Form") und Auszeichnungen gewonnen.
Wer sich selbst ein Bild von dem innovativen Unternehmen machen will: Am 6. und 7. November finden die 2. Unterkrumbacher Werkstatt-Tage bei den Möbelmachern statt.
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Hersbrucker Zeitung Samstag/Sonntag, 9./10. Oktober 1999
von Michael Scholz
Bild Marianne Deml, Helene Jungkunz, herwig Danzer
Aus der Wirtschaft
Text:
Auf einem Gemeinschaftsstand präsentieren sich die drei Schreinerinnungen Nürnberg, Fürth und Nürnberger Land bei der Holzwoche am Jakobsmarkt in Nürnberg, Die Innung Nürnberger Land unterstützt diese Aktion mit den Schreinereien Prager, Lämmermann, Oppel und den Möbelmachern. Hauptziel der Innung ist es, mehr Menschen für die Arbeit der Schreiner zu begeistern. Denn die Vorteile der Einzelanfertigung, Möbeln und Fenstern aus dem Holz der Region sind mit Hilfe der Ausstellungsstücke und Informationen an den Ständen leichter zu erklären. Im Gespräch mit Staatssekretärin Marianne Deml (Mitte) und Nürnbergs Bürgermeisterin Helene Jungkunz (links) betonte Pressesprecher herwig Danzer (rechts) die Erleichterungen für Kunden bei der Suche mach dem passenden Betrieb durch die Homepage des Fachverbandes. Denn unter www.schreiner.de kann sich neuerdings jeder in aller Ruhe die Betriebe in seiner Umgebung und nach seinem Geschmack auswählen.
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Hersbrucker Zeitung 18.9.99 von Martin Lösch
Bild 1
Bildunterschrift 1 : Bei der Eröffnung am 11. September inspizierten viele Freunde und Kunden die schmucken neuen Räume.
Es leuchtet wieder ...
Geplant, gesägt, gehobelt: Hersbrucker Buchhandlung Lösch am Spitaltor ist in das Nachbarhaus umgezogen
Text:
Es war einmal ein altes Haus. Das stand, und steht immer noch, in einer schönen Stadt im Herzen der Frankenalb. Die Menschen hatten es schlecht behandelt. In seinen Mauern klafften hässliche Löcher, seine alten Bewohner hatten es schmählich im Stich gelassen.
Als es ganz besonders traurig war und manche Wand nachgeben wollte, nahte in einem roten Gefärt der langersehnten Retter.
Fleißige Handwerker
Der Steinsetzer Norbert Thiel erwarb das alte Gemäuer und mit dem Fleiß vieler Handwerker erstand es bald im neuen Glanz. Zu seiner grossen Freude bekam es noch ein kleines modernes Brüderchen und ist jetzt nicht mehr allein.,
Ein Buchhändler, dem sein Laden arg zu klein wurde, und ein Möbelmacher zogen des Wegs und erblickten das schöne alte Haus. Der Steinsetzer Norbert sprach sie an und sie erkannten sofort, dass dies treffliche Räume für eine neue Buchhandlung sind.
Wegen der vielen Rundbögen im Innenraum wart dem Buchhändler jedoch ganz bange. Aber Freund herwig, der Möbelmacher, sagte: ?Wir machen das Un-Möbliche wahr!, und er behielt Recht.
Es wurde geplant, gesägt, gehobelt, Oberflächen wurden geölt und dann war es soweit: Eines morgens Ende August, das alte Haus war gerade erwacht, erblickte es vor seinen Toren viele rote Wagen, aus denen Frauen und Männer eifrig Regale entluden. In die Räume der oberen Stockwerke zogen wieder Menschen ein und nach sieben Jahren Dunkelheit leuchtete wieder Licht aus seinen Fenstern: Und dann geschah etwas Seltsames. Eines Tages zog eine lange Schlange von Menschen aus dem Nachbarhaus in seine Richtung. Sie waren mit Büchern beladen aber ihre Last war ihnen nicht schwer. Der Buchhändler sagte dem Haus, das er hier seine neue Buchhandlung eröffnen wird.
Am 11. September war es soweit. Boten verkündete die Nachricht im ganzen Land und alle Menschen kamen und freuten sich mit dem Haus und seinen neuen Bewohnern, dass alles so glücklich zustande kam...Martin Lösch
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Hersbrucker Zeitung vom 16. April 1999
Bild: Teilnehmer in Möbelmacherküche
Bildunterschrift:
Holzexperten unter sich (von links im Uhrzeigersinn) von Rainer Wöffel /BN ), dahinter Dipl.ing. Rudof Cirbus, Forstingenieurin Christine Steiner, Christian Schönwiesner-Bozkurt, Gastgeber Herwig Danzer, Michael Müller (Waldbauern), Richard Sperber, Wilhelm Scheuerlein, Dieter Rosenbauer und (wieder vorn) Gunter Münzenberg
Kann neues Hallenbad heimisches Holz verheizen?
Am Samstag vor Ort noch Gelegenheit zur Information und zum Sägen dicker Stämme - Genügend Material in der Region vorhanden
Text:
Unterkrumbach - Energie aus regionalem Holz - diese Idee könnte für den Hersbrucker Raum durchaus Wirklichkeit werden. Eine von herwig Danzer (Möbelmacher) zusammengerufene Expertengruppe macht sich zum Beispiel Gedanken über eine Holzheizung fürs künftige Hallenbad. Am kommenden Samstag (9 bis 16 Uhr) haben Interessierte in Unterkrumbach noch Gelegenheit, sich über das Projekt zu Informieren.
Ursprünglich wollten die "Möbelmacher" für ihr eigenes Unternehmen Informationen über die Holzverstromung. Dipl.-Ing. Rudolf Cirbus von der Henfenfelder Firma Progresys legte jedoch dar, daß die Idee nur für die eigene Firma zwar sinnvoll, aber nicht wirtschaftlich wäre, Erst deutlich größere Anlagen könnten diese Aufgaben auch gewinnbringend erfüllen.
Eine Alllianz aller mit Holz arbeitenden Betriebe und Waldbauern allerdings könnte so eine Anlage bauen und mit ausreichend Material versorgen. Deshalb soll das Expertengespräch auch fortgeführt werden.
Pflege für den gesunden Bestand
Als wichtigster Rohstofflieferant nahm diesmal von der Waldbauernvereinigung der zukünftige Geschäftsführer Michael Müller und erster Vorsitzender Richard Sperber teil. Für das Forstamt Hersbruck erklärt Forstdirektor Dieter Rosenbauer, daß die Holzbeschaffung in den geforderten Mengen in unserer Region völlig unproblematisch sei, Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre hätten zudem gezeigt, daß Waldnutzung und -pflege die besten Voraussetzungen für einen gesunden Bestand böten.
Die Handwerkskammer Nürnberger Land war vertreten durch Wilhelm Scheuerlein, der von Fördermöglichkeiten zu über 40 Prozent für eine solche Anlage berichtete und die frühzeitige Zusammenarbeit mit Stadt und Landkreis empfahl. Mit Dipl. Ing .Erwin Schilling, Geschäftsführer der landkreiseigenen Energieagentur ENA, hatte Christian Schönwiesner-Bozkurt von Progresys bereits Kontakt aufgenommen. Die Gruppe war sich schnell einig, daß ein geeigneter Standort das neu zu errichtende Hallenbad in Kombination mit weiteren Wärmeabnehmern (z. B. Strudelbad, Schulzentrum)
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Hersbrucker Zeitung 17. Februar 1999 von Michael Scholz
Bild: Organisatorenteam mit Musikinstrumenten
Bildunterschrift. Sie geben ab März Einblick in die Werkstatt des Künstlers: Birgit Rösch, "Möbelmacher" herwig Danzer Susanne Pflaumer (von links) und Anselm Stieber (vorne).
Werkstatt-Tage: ABC der E-Musik
Collegium Musicum startet im März neue Reihe - Kunst für Anfänger und Kenner
Text:
Wie geht das eigentlich? Warum gibt der erste Geiger immer den Ton an? Und wie trifft ein Maler stets die richtige Farbnuance? Das Collegium Muicum und die Unterkrumbacher "Möbelmacher" öffnen mit ihrer neuen Veranstaltungsreihe "Werkstatt-Tage" den Blick in die Arbeit von Künstlern aller Sparten.
Jeans und lockere Gespräche sind beim Auftakt am 26. bis 28 März nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Nach 15 Jahren erfolgreicher Konzerttätigkeit krempelt das Hersbrucker Kammerorchester Collegium Musicum die Ärmell des Holzfällerhemds hoch, wohlgemerkt, nicht des Jackets. Das Rezept heißt: klassische Musik für Anfänger und für Kenner gleichermaßen. "Unsere Qualität leidet darunter aber sicher nicht", stellt Anselm Stieber, der im Collegium Geige spielt, gleich klar. Neu ist vielmehr ein Moderator, der vor und zwischen den Stücken Unterhaltsames und Wissenswertes über Werke, Komponisten und Orchester erzählt - das ABC der E-Musik sozusagen.
Den Auftakt macht im März aber die bildende Kunst: Anna M. Scholz zeigt einige ihrer Werke erstmals öffentlich. Bei der Eröffnung am Freitag erläutert sie nicht nur die Gemälde, sondern auch die ganze Palette ihrer Zeichen-, Mal- und Druck-Techniken. Die Ausstellung kann an jedem der drei Tage besucht werden.
Der Werkstattgedanke ist der rote Faden der Reihe, die zwei Veranstaltungen im Jahr bieten soll. Welche Kunstrichtungen er jeweils zusammenhält, ist genauso offen, wie deren Präsentation. "Denkbar ist alles", bestätigt Initiator Stieber. Die Idee kam auf, als der Vorraer einmal beiläufig zu seinem Geschäftspartner und Möbelmacher-Chef herwig Danzer sagte, daß dessen Halle eigentlich eine ganz gute Akustik haben müßte. Der antwortete lapidar: "Dann mach doch ein Konzert." Ein Test mit Geige und Stimme (Birgit Rösch) - umgeben von Bretterstapeln und Hobeln - räumte die letzten Zweifel beiseite: die Idee, "Werkstatt" doppelt zu deuten, war geboren.
Stamm bei fast 100 Zuhörern
Orchesterleiterin Susanne Pflaumer mußte nicht lange überzeugt werden, genauso wenig wie die anderen 13 Mitglieder. Mit seiner Reihe möchte das Collegium - wie auch die Möbelmacher - zeigen, daß es alles andere als eine geschlossene Gesellschaft ist. "Wir wollen ein paar mehr Leute zu uns rüberziehen, ohne unser treues Publikum zu verprellen", erläutert Birgit Rösch, die am Paul-Pfinzing-Gymnasium Musik unterrichtet. Seit den Anfängen in den frühen 80er Jahren hat sich der Stamm etwa bei der jährlichen Schloßhofserenade bei 80 bis 100 Zuhörern eingependelt.
Neuer Musik- und Theaterverein
Eine nicht unwesentliche Rolle spielen auch Entwicklungen im kulturellen Umfeld. Die Gründung des Musik- und Theatervereins Hersbruck, der sich viel vorgenommen hat und der Bau des Markgrafensaals, der wohl auch überregionale Künstler anziehen wird, könnten bestehende Gruppen zu spüren bekommen. "Da muß man einfach eine Form finden, die das auffängt", sagt Stieber. Wie die für drei Tage für jedermann geöffnete Kunst- und Schreiner-Werkstatt in Unterkrumbach: "Wer da hingeht, ist neugierig, möchte wissen, wie das Handwerk funktioniert und hat keine Berührungsängste", hofft das Collegium. |
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Abendzeitung vom 30.06.1998 von Michael Reiner
Bild 1: herwig in der Küche
Bildunterschrift:
Hier kocht der Chef höchstpersönlich: herwig Danzer testet die von ihm entworfenen Küchen selbst. (Fotos: Manuela Meyer)
Bild 2: Gunther und herwig in Sesseln vor Halle
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Alles Bio: Die neue Schreinerei der Möbelmacher in Unterkrumbach wurde komplett nach ökologischen Erkenntnissen gebaut. Für Gunther Münzenberg (li.) und herwig Danzer gehört das zur Geschäftsidee.
Bild 3: Gunther Münzenberg balancierend
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Original regional: Das Holz, auf dem Gunther Münzenberg hier tanzt, stammt zum größten Teil aus der näheren Umgebung.
Lehrling gründete seine eigene Firma
Heute beschäftigt herwig Danzer in seinem Möbelbetrieb 16 Mitarbeiter
Text: Seinen ersten Betrieb hat herwig Danzer (35) angemeldet, als er 18 Jahre alt war. Im Hobby-Keller seines Elternhauses in Hersbruck (Landkreis Nürnberger Land ) schreinerte er Holzspielzeug, "Spielratz" hieß die Mini-Firma. Und die lustige Ratte wurde zum Markenzeichen für Holzeisenbahnen und Schaukelpferde. Das Geschäft wuchs, die heimische Kellerbar mußte einer Kreissäge weichen, die Hobelmaschine stand in der Waschküche. Nebenbei machte der Jungunternehmer Abitur, studierte Politik und Germanistik.
Brotlose Aussichten. Weil sich Töchterchen Laura anmeldete, gab er das Studium auf. Er tat sich mit seinem Freund Gunther Münzenberg (40) zusammen, machte aus der Spielzeug-Firma eine Schreinerei - und wurde sein eigener Lehrling. "Das war eine kuriose Situation damals. Ich war Firmeninhaber und ging bei meinem Kompagnon, der Schreiner-Meister ist, in die Lehre. Meinen Lehrvertrag habe ich auf beiden Seiten unterschrieben, als Stift und als Arbeitgeber. "Die Verwirrung bei der Handwerkskammer war vorprogrammiert.
Das war 1988. "Inzwischen hat sich die Kammer an uns gewöhnt", erzählt der vollbärtige Unternehmer. Aus dem "Spielratz" wurden die "Möbelmacher", aus dem Zwei-Mann-Unternehmen ein Betrieb mit zwei Millionen Mark Jahresumsatz und 16 Mitarbeitern. Davon sind vier Auszubildende. Danzer: "Das ist uns wichtig. Wir sind stolz darauf, daß unsere Lehrlinge regelmäßig Design-Preise einheimsen." In Unterkrumbach (fünf Kilometer nördlich von Hersbruck) wurde gerade die neue, 800 Quadratmeter große Schreinerei eröffnet.
Doch nicht nur das.zur fränkischen Variante der amerikanischen Silicon-Valley-Erfolgsgeschichte von der Garagenfirma zum Computer-Milliardär, braucht es mehr, als zwei Leute, die gut mit Holz umgehen können, Es müssen neue Ideen her: So setzen herwig Danzer und sein Partner auf Ökologie und gesundes Wohnen. Ihre Küchen sind spanplattenfreie Zonen, die Massivholz-Oberflächen werden aufwendig geölt. Lacke gibt es in der gesamten Schreinerei nicht. "Doch wir wollen kein Müsli-Möbel herstellen", sagt Danzer. Deshalb verwendet er auch Materialien wie Edelstahl oder Keramik,: In die Küchen werden High-Tech-Geräte wie Induktions-Kochfelder eingebaut.
Auch das eine innovative Idee: "Wir wollen weg von der klassischen Vorstellung, daß man mit einem Plan zum Schreiner kommt und der nur die Kundenvorstellungen verwirklicht. Wir bieten die Komplettlösung von der Beratung, Planung über den Bau bis hin zu Details wie Kochtöpfen oder Lampen an. Dazu gehört aber auch das Ledersofa, das mit dem neuen Wohnzimmer-Schrank harmoniert." Beispiele dafür stehen im Schauraum über der Werkstatt (Info-Broschüre zu bestellen unter 0 91 51/86 29 99).
Parallel zum Umgang mit Hobel und Säge hat sich der Möbelmacher zum Experten am Zeichenbrett und Computer weitergebildet. Er berät die Kunden, entwirft und plant. Seine Dienstkleidung ist ein weißes Hemd mit Fliege - aus filigranem Zwetschgenholz natürlich.
Ob dieses Holz aus der Region stammt, ist nicht mehr zu klären. "Aber ein Großteil des Holzes, das wir in der Schreinerei verwenden, kommt aus der Umgebung. Der Baum wächst in Großviehberg, wird in der Hopfengartenmühle gesägt und die Bretter bei uns getrocknet und verarbeitet", beschreibt er. Alle Orte liegen im Umkreis von fünf Kilometern. Logisch, daß sie unter der Dachmarke "Original Regional" verkaufen. "Die Möbelmacher sind bisher der einzige Handwerksbetrieb im Non-Food-Bereich, der bei uns mitmacht", so Christine Sommer von der Marketing-Initiative, die regionale Wirtschafts-Kreisläufe fördert.
Die Möbelmacher sind Trendsetter. Und weil Wohnen auch mit Kultur zu tun hat, erinnert sich herwig Danzer ab und zu an sein Germanistik-Studium. Damm stellt er in der Werkstatt ein Podium auf. Die Schreinerei wird zur Kultur-Stätte für Literaten wie Peter Härtling (Bozena), Uwe Timm (Die Entdeckung der Currywurst) oder Herbert Rosendorfer (Briefe in die Chinesische Vergangenheit).
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Nürnberger Nachrichten Montag, 16. März 1998 von Hartmut Leuschner
Bild: herwig Danzer zeigt Türrahmen
Bildunterschrift: Die Waldbauern informierten sich über Kooperationsmöglichkeiten bei den "Möbelmachern" in Unterkrumbach. Foto:Leuschner
Neue Partner gesucht
Waldbauer wollen verstärkt für "Holz der kurzen Wege" werben
Text:
NÜRNBERG - "Regionale Partner für Holz der kurzen Wege gesucht" - so könnte eine Anzeige der mittelfränkischen Waldbauern heißen, die derzeit den Kreis regionaler Kooperationen mit Holzhändlern und vor allem Verarbeitern ausbauen wollen.
Kräftige Kiefernstämme aus dem Nürnberger Land für Hersbrucker Neubaugebiete und lange Fichtenhölzer aus dem Dinkelsbühler Forst für Feuchtwanger Gewerbebauten sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Der Meinung ist nicht nur Hans Volkert, der Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittelfranken (FVM), sondern das wollen auch die 118 Forstbetriebsgemeinschaften in der Region durchsetzen
Nachfrage ist riesig
Vor wenigen Monaten wurde dazu ein Lose-Blatt-Sammlung mit dem Titel "Holz der kurzen Wege" erstellt, der als Datenbank für Hausbauer, Holzverarbeiter, Architekten und Kommunen gedacht war. Hans Volkert sieht diesen Info-Ordner, den Interessierte für 30 Mark bei FVM- Geschäftsführer Klaus-Peter Eberhard unter der Rufnummer (09 81) 9 70 70 14 bestellen können, mittlerweile mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
"Die Nachfrage nach Daten über regionale Holzlieferanten, Architekten, die heimische Rohstoffe bevorzugen und Schreinerbetriebe, die sich der Verarbeitung von Hölzern aus der näheren Umgebung verschrieben haben, ist riesig", so Volkert. Neben zahlreichen Privatleuten gaben sich auch Kommunen das Werk als Vorlage für ihre Ausschreibungen bestellt.
Doch der FVM-Forsitzende hadert noch mit dem Echo aus dem verarbeitenden Gewerbe. "Wir haben viel zu wenig Schreiner, Tischler, Zimmerer und ähnliche Verarbeiter in unserer Liste. " Diese Werbemöglichkeit für heimisches Handwerk wird seiner Meinung nach unterschätzt, obwohl mittlerweile sogar Anforderungen aus anderen Regionen Bayerns in der Ansbacher Geschäftsstelle (Bischof-Meiser-Str.,91522 Ansbach) einlaufen. Vorbildliche Betriebe gibt es für Hans Volkert im Mittelfränkischen durchaus in ansehnlicher Zahl. Der Vorsitzende der Waldbauern nennt als Beispiel die "Möbelmacher GmbH". Sie hat sich vor einem halben Jahr im Sittenbachtal in Unterkrumbach (im Kreis Nürnberger Land) niedergelassen und setzt ganz selbstverständlich auf Hölzer aus der Umgebung
"Der Tisch, den ich heute früh bei einer Präsentation des Regionalmarketingvereins gezeigt habe, ist aus einem Baum, der nur zwei Kilometer von unserer Werkstatt entfernt ist", sagt herwig Danzer, Geschäftsführer des jungen Unternehmens mit rund 15 Mitarbeitern. Für Danzer, dessen Betrieb die Vorstandschaft der Forstwirtschaftlichen Vereinigung jetzt inspizierte, ist es schon unverständlich, wenn die Hölzer aus seinem Raum zur Versteigerung bis nach Staffelstein im Kreis Lichtenfels gefahren und nach dem Kauf wieder über einen regionalen Holzhändler in seinen Betrieb transportiert werden. "Das können wir vor Ort machen. Uns ist das Holz, das vor der Haustüre wächst, gerade recht", so Danzer.
Engere Kontakte geplant
Für solche Kooperationen will FVM-Vorsitzender Hans Volkert die Kontakte zwischen Waldbauern, Holzhändlern und Verarbeiter suchen.
Die Schreinerinnung und ähnliche Organisationen müßten schließlich selbst großes Interesse haben, so die FVM, ihren Mitgliedern Möglichkeiten zu bieten, sich mit der Verwendung heimischer Rohstoffe in der Öffentlichkeit besser zu profilieren.
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Der Spiegel vom 11.5.98
Bild: Handuhr
Kunsthandwerk
Zeitlos mit Batterie
Wer kennt es nicht, das Gefühl, die Zeit habe einen in der Hand. Wenigstens symbolisch hat dies Anselm Stieber, ein Tüftler aus dem Fränkischen, nun umgedreht: Seine batteriebetriebenen Handuhren sind kleine Kunstwerke und ruhen unauffällig in der Hosen oder Jackentasche. Künstler und Designer haben die Nachfolgerin der Taschenuhr in edle Hölzer gebettet, die glatt poliert wie Handschmeichler zum Spielen verführen. Die Auflage ist streng limitiert, der Preis gepfeffert - die Chronometer sind unter 1200.-DM nicht zu haben. |
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